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"Es kann jeden treffen-
aber sein Schicksal muss man selbst in die Hand nehmen
und etwas für die Zukunft tun"
Krankheitsbild Epilepsie
- Ursachen, Formen, Behandlung -

Epilepsie ist eine Anfallskrankheit, eine organische Erkrankung des Gehirns - eine Hirnfunktionsstörung. Das Krampfleiden bezeichnet ein Krankheitsbild mit mindestens zwei wiederholt spontan auftretenden Krampfanfällen, die nicht durch eine vorausgehende erkennbare Ursache hervorgerufen wurden.
Kaum eine andere Krankheit lässt sich in der Medizingeschichte so weit zurückverfolgen wie die Epilepsie; zahlreiche Hinweise aus früh-historischer Zeit deuten darauf hin, dass diese Krankheit den Menschen seit seinen Anfängen begleitet hat.
Epilepsie ist keine einheitliche Erkrankung, sondern besteht aus vielen verschiedenen Krankheitsbildern mit unterschiedlichen Verläufen. Die genaue Zuordnung ergibt sich aus der Anamnese, der Anfallsart und Zusatzuntersuchungen. Für eine genaue Diagnose ist die Beschreibung der Anfälle sehr wichtig. Jeder Mensch hat eine Veranlagung zu epileptischen Anfällen, die aber von unterschiedlichen Faktoren abhängig sind.
Damals wie heute muss sie als eine der häufigsten chronischen Erkrankungen überhaupt gelten: Ca. 1% aller Menschen leiden an ihr. Dies bedeutet, dass beispielsweise in Deutschland rund 400.000 bis 800.000 epilepsiekranke Menschen leben!
Ursachen von epileptischen Anfällen sind plötzliche elektrische Entladungen vieler Nervenzellen im Gehirn. Die Häufigkeit von Anfällen in einer bestimmten Periode kann sehr unterschiedlich sein.
Epileptische Anfälle können durch eine Reihe von äusseren Umständen ausgelöst werden zum Beispiel durch: Stress, Schlafmangel, keine Einnahme von Epilepsiemedikamenten, Flackerlicht, Fieberhafte Infekte, aber auch Alkohol und Drogen. Bei Frauen können auch die Hormonschwankungen während des Zyklus für einen Anfall sorgen.
Ein epileptischer Anfall an sich ist nicht gefährlich. Man kann den unmittelbaren Verlauf selbst nicht beeinflussen. Manche Anfälle können stärker oder schwächer sein und unterschiedlich lange andauern.
Verschiedene Formen der Epilepsie:
Kleiner Anfall (Petit mal)
-zeigen sich im Kindesalter, sie sind abwesend und starren vor sich hin
BNS-Krämpfe
-bei Säuglingen ab 3 Monaten kommt es zu plötzlichen Zusammenzucken des Körpers, Nicken des Kopfes und Nach-vorne-führen der Arme
Rolando-Epilepsie
- bei Schulkindern vor der Pubertät treten die Anfälle nachts auf mit Gesichtszuckungen und Sprechschwierigkeiten
Großer Anfall (Grand-Mal - französisch für "großes Übel")
- Patienten werden plötzlich bewusstlos, versteifen sich und zucken mit Armen und Beinen, Atmung ist unregelmäßig, Haut verfärbt sich bläulich, Anfall kann minutenlang andauern, danach fallen die Betroffenen in einen tiefen Schlaf, aus dem sie benommen wieder aufwachen. Dieser Anfall sieht bedrohlich aus ist aber in der Regel nicht lebensgefährlich
Örtlich begrenzter (fokaler) Anfall
- Anfall beginnt mit Zuckungen, die in einer Gesichtshälfte, oder in einer Hand beginnen und sich dann über eine Körperhälfte ausbreiten. Drehbewegungen von Augen, Schmatzen, Lachen, verfremdete Wahrnehmungen der Umgebung
Status epilepticus
-ein Anfall folgt dem anderen, muss vom Arzt medikamentös unterbrochen werden
Epilepsie im Alter
Rund ein Drittel aller Epilepsien treten zum ersten Mal im Alter auf. Sie zählen zu den dritthäufigsten Alterserkrankungen des Nervensystems im Gehirn. Das Anfallsleiden jenseits der 60 äußert sich anders als in der Jugend und wird häufig nicht richtig erkannt.
Von einer Altersepilepsie wird gesprochen, wenn mindestens zwei Anfälle erstmals jenseits der 60 auftreten. Ursachen sind Durchblutungsstörungen des Gehirns, Schlaganfall, Demenzen, Gehirntumore und Schädel-Hirn-Verletzungen, Krankheiten die im Alter häufiger auftreten. Mehr als jeder zehnte Schlaganfallpatient entwickelt eine Epilepsie, denn der Schlag zerstört zahlreiche Gehirnzellen und hinterlässt in den Randzonen der betroffenen Hirnareale geschädigte Nervenzellen, die den epileptischen Anfall auslösen können. Messungen der Hirnstromkurven (EEG) und Schichtaufnahmen des Gehirns (CT) können Aufschluss über das Geschehen geben.
Auch bei Altersepilepsie ist die regelmäßige Einnahme von Medikamenten sehr wichtig.
Was ist bei einem Anfall zu tun?
1. Ruhe bewahren!
2. Patient aus der Gefahrenzone bringen!
3. stabile Seitenlage!, falls vorhanden, ein anfallsunterbrechendes Medikament verabreichen
4. Kopf schützen und Atemwege freihalten (nichts in den Mund stecken)!
5. Krampfenden (Epileptiker) nicht festhalten!
6. Anfallsverlauf beobachten!
7. Wenn der Anfall länger als 10min. andauert, ist der Notarzt erforderlich!
8. Bei der Person bleiben, bis sie das Bewusstsein wieder erreicht hat!
Behandlung:
Erfahrene Epileptologen halten die sorgfältige Aufklärung und Beratung der Patienten im Hinblick auf die Vermeidung anfallsauslösender Reize und Situationen ebenso wichtig wie eine medikamentöse Therapie. Heutzutage stehen der Medizin etwa 20 chemische Substanzen zur Verfügung, die in Einzel- oder Kombinationstherapie mit großer Aussicht auf Erfolg gegen epileptische Anfälle eingesetzt werden können.
Mit der modernen medikamentösen Behandlung können heute knapp 60% aller Epilepsiekranken von ihren Anfällen befreit werden; in weiteren 20% gelingt eine deutliche Verbesserung des Leidens; nur bei einem Fünftel der Epilepsie-Patienten bringen die modernen Antiepileptica keinerlei Hilfe. Bei einem Teil dieser "therapieresistenten" Patienten kann aber die moderne Epilepsie-Chirurgie noch entscheidende Hilfe bringen.
Heute spielt in der Epilepsie-Diagnostik die Elektroencephalographie (EEG: Aufzeichnung der Hirnströme) die entscheidende Rolle. Mit Hilfe des EEGs können die elektrischen Vorgänge in sehr vereinfachter Form sichtbar gemacht werden.
Weitere wichtige und sehr aussagekräftige apparative Untersuchungen in der Epilepsie-Diagnostik stellen die Computer-Tomographie (CT; Messung von Dichte-Unterschieden im organischen Gewebe mittels Röntgenstrahlen) und insbesondere die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT; Untersuchung mit Hilfe starker Magnetfelder) dar.
Zu den therapeutischen Möglichkeiten zählen:
Biofeedback - Selbstkontrolle
Ketogene Diät - Spezialdiät , wenig Kohlenhydrate, wenig Eiweiß, viel Fett
Epileptische Anfälle sind vom Grundsatz her kein Hindernis für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, sondern eine normale Krankheit, mit den entsprechenden sozialen Kontakten und Herausforderungen.
Epilepsie ist immer noch ein gesellschaftliches Tabuthema. In der Öffentlichkeit muss das Bewusstsein wachsen, Menschen nicht nach ihrer Epilepsie zu beurteilen, sondern nach ihrer Persönlichkeit und ihren Fähigkeiten. Epilepsie beeinträchtigt nicht die Intelligenz, Epilepsie macht nicht aggressiv oder reizbar, Epilepsie verändert nicht das Wesen.
Es kann jeden treffen.
Auch sehr viele internationale bekannte Persönlichkeiten waren bzw. sind von dieser Krankheit betroffen ...Erfinder wie, Thomas Edison, Sir Isaac Newton, Pyhtagoras,
Alfred Nobel,
...Herrscher und Staatsmänner wie, Alexander der Große, Napoleon Bonaparte, Julius Cäsar, Hannibal, Zar Peter der Große, Wladimir Lenin
...Komponisten & Musiker wie,
Georg Friedrich Händel, Robert Schumann, Peter Tchaikowsky, Ludwig van Beethoven, Elton John,
...Dichter, Verfasser & Philosophen wie, Aristoteles, Agatha Christie, Charles Dickens, Edgar Allen Poe, Socrates
...Künstler wie, Michelangelo, Vincent Van Gogh, Leonardo DaVinci, Richard Burton, u.a.
Nicht betroffene Menschen sollten besser über das Krankheitsbild Epilepsie informiert werden, um Menschen mit Epilepsie besser zu verstehen und helfen zu können.
Bücher über Epilepsie
Epilepsie:Antwort auf die häufigsten Fragen und Informationen, von Günter Krämer, Trias-Verlag
Anfälle-Erfahrungen mit Epilepsie, von Stefan Heiner, Margret Meyer-Brauns, Lotte Habermann-Horstmeier, Mabuse-Verlag
Ansprechpartner:
Deutsche Epilepsievereinigung e.V.
www.epilepsie.sh
Epilepsie Zentrum Berlin Brandenburg
www.ezbb.de
Kindernetzwerk e.V. www.kindernetzwerk.de
Epilepsie-Informationen.de www.epilepsie-informationen.de
www.epikurier.de
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