Der Schmetterling unter den Hunden  

  Therapiehunde

"DIE FÄHIGKEIT ZUM THERAPIEHUND HAT KEINE RASSENSPEZIFISCHEN BEGRÜNDUNGEN."


Katja & Charline


Tiere als Therapeuten


Für viele therapeutische Maßnahmen werden heutzutage Hunde, Pferde, Kamele, Delfine und auch Lamas eingesetzt.

Das Besondere der Tiere ist die Körpersprache. Sie spielt eine wichtige Rolle für die physische, psychische und geistige Entwicklung von behinderten Menschen. Die vierbeinigen Freunde geben ihnen Zuwendung und Aufmerksamkeit. Darüber hinaus haben sie durch ihren Bewegungsdrang auch fördernden Einfluss auf die körperliche Entwicklung und den Spieltrieb.
In Altersheimen, Kindergärten und Behinderteneinrichtungen u.a. ist der Kontakt mit Hunden weit mehr als Beschäftigung.
Mit dem Schwanz wedeln, mit der Nase stupsen oder sich ankuscheln sind leicht zu verstehende Gesten der Zuneigung. Die Verständigung zwischen dem Vierbeiner und dem Kranken laufen auf einer Gefühlsebene ab.
Die Berührung des Hundes hilft beim Überwinden von Ängsten und Aufbau von Selbstwertgefühl, schafft Vertrauen, Konzentration und Ausdauer.
Durch die Kontaktaufnahme werden Wahrnehmung und Körperkoordination geschult, die Klienten müssen sich auf das Tier einstellen, Gedächtnis und Reaktionsfähigkeit, Lern- und Leistungsbereitschaft, sowie die Sprache werden trainiert.
Sie bereiten uns nicht nur Freude, sondern schenken uns Liebe und wirken stimulierend. Dadurch begünstigen sie auch die sozialen Kontakte. Sie motivieren auch demenzkranke Menschen zu geistiger und körperlicher Aktivität, sie wirken beruhigend und entspannend.

Epilepsiehunde

... erkennen Anfälle ihres Herrchens

"Er gibt mir die Freiheit zurück und meine Selbständigkeit", meint eine Epileptikerin. Er, das ist ihr Hund. "Ohne ihn könnte ich jetzt hier nicht mehr leben."
In Israel, den USA und den Niederlanden sind Epilepsie-Servicehunde, Hunde, die epileptische Anfälle bei ihren Besitzern vorhersagen können, längst eine anerkannte Hilfe für Betroffene. Doch auch in Deutschland besteht ein Bedarf, immerhin gibt es hierzulande 600.000 Epileptiker.

Warum Tiere epileptische Anfälle vorherahnen können, ist wissenschaftlich bislang nicht belegt.
"Aus der Analyse von epileptischen Anfällen kann man den Schluss ziehen, dass es in der ersten Phase der Anfälle Phänomene gibt, die Lebewesen wie ein Hund durchaus erkennen können müsste", meint der Epileptologe Prof. Christian Elger, "seien es starrer Blick oder ganz bestimmt Gesten".
Dazu könne kommen, dass Patienten ganz bestimmte Duftäußerungen machen, "weil viele Anfälle auch das vegetative Nervensystem, was für die inneren Organe zuständig ist, aktivieren." Beides könne theoretisch beim Hund zu einem Schlüsselreiz führen.

Darum macht es Sinn, den Hund einige Wochen zu seinem zukünftigen Besitzer zu geben. Es muss auch für den Ausbilder ersichtliche Veränderungen geben, bevor der epileptische Anfall da ist, damit er den Hund später bei der Ausbildung darauf sensibel machen kann.
Jeder Hund, der sehr menschenbezogen, friedliebend und gehorsam ist, auf Stimmungen und Wohlbefinden seines Menschen reagiert, kann das Potenzial zum Therapiehund haben.

WIR haben mit unseren Hunden die Möglichkeit genutzt, sie bei epileptischen Anfällen unserer Tochter, von Anfang an mit hinzu zuziehen.
Wir haben die wertvolle Welpenzeit genutzt, in der der Hund enorm lernbegierig ist, weil er auch unter ursprünglichen Umständen in dieser Zeit die wichtigsten Fähigkeiten und Aufgaben für sein Erwachsenenalter erwerben muss.
Wenn unsere Tochter nachts einen Anfall bekommt, ist unsere Para die „Erste“ und macht durch lautes Bellen aufmerksam, dass es Katja nicht gut geht. Sie rennt zu ihr und leckt sie behutsam ab. Dafür wird sie auch gelobt und belohnt, das ist wichtig für sie, um ihre Instinkte zu stimulieren. Sie freut sich riesig, richtig reagiert zu haben.

Unsere Papillons lernten von der ersten Minute an, was sie dürfen oder was nicht und wurden von Anbeginn auf ihre künftige Aufgabe, bei Katjas Anfällen zu bellen, vorbereitet. Früher hatten wir das Kinderzimmer videoüberwacht, um ihre Anfälle zu hören, heute reagieren unsere Vierbeiner.

Behindertenhunde-Begleithunde, Assistenzhunde

Die häufigste und bekannteste Art von Assistenzhunden sind Blindenführhunde, daneben gibt es beispielsweise Behindertenbegleithunde, Hörhunde oder Signalhunde.

Behindertenbegleithunde sollen Menschen mit und ohne Behinderungen im Alltag eine wichtige Hilfe sein und Unterstützung geben.. Die Erhöhung von Selbständigkeit und Mobilität behinderter, eingeschränkter Menschen mit Handicap, ist das Ziel des Einsatzes von Behinderten-Begleithunden. Ein solches „lebendiges Hilfsmittel“ ist mehr als bloßer Ersatz herkömmlicher Hilfsmittel, der Hund ist ein wichtiger Beitrag zu mehr Lebensqualität und aktiver Gesundheitsvorsorge.
Diese besonderen ausgebildeten Vierbeiner erleichtern Menschen das Leben, die sich aufgrund einer körperlichen Behinderung nicht mehr frei bewegen können.
Begleithunde lernen Türen öffnen und schließen, Lichtschalter betätigen, Taschen tragen, einen Handrollstuhl ziehen, Alarmierung von Hilfe in Notfällen durch das Auslösen eines Hausnotrufs oder durch Bellen in der Öffentlichkeit und vieles mehr.

Speziell ausgebildete Hunde gibt es für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen wie Epileptiker, Rollstuhlfahrer, Gehörlose, Blinde und Diabetiker.
Selbst Forscher in den USA haben festgestellt, dass speziell ausgebildet-und trainierte Hunde auch Hautkrebs schon am Geruch erkennen können, bevor die Krankheit sichtbar wird.

Viele Vereine bieten heute in Seminaren eine Ausbildung für Hunde als Begleithund an.
Durch eine qualitativ hochwertige Ausbildung, die viele Vereine anbieten, kann für den Menschen und den Hund eine lebenserfüllende Aufgabe entstehen.

- Tierambulanz Berlin/Brandenburg
- Lebenshilfe auf vier Pfoten


© F. Riebe